Ruhrnachrichten Dortmund; 02.03.2011:

Gleiche Tarife für alle

"EU-Urteil: Beiträge dürfen sich nicht nach dem Geschlecht richten / Verteuerung erwartet"

Bei bestimmten Versicherungssparten ist es bisher üblich, dass der vom Kunden zu zahlende Beitrag unter anderem auch vom Geschlecht des Kunden abhängt - so z.B. bei

  • Kfz-Versicherungen (junge Frauen verursachen statistisch weniger Unfälle und brauchen daher weniger zu zahlen als junge Männer) oder bei
  • Lebens- und Rentenversicherungen (Frauen müssen bisher mehr bezahlen, da ihre statistische Lebenserwartung höher ist.)

Der Europäische Gerichtshof hat diese Beitragsunterschiede als diskriminierend bewertet und schreibt den Versicherungen Tarife vor, bei denen Geschlechtsunterschiede keine Rolle mehr spielen (Unisex-Tarife).

Es gilt als sicher, dass dieses Urteil dazu führen wird, dass die Versicherungen teurer werden.

Trotz der zukünftigen Unisex-Tarife könnte es zu Ungerechtigkeiten kommen:

  • Auch wenn gleichaltrige Männer und Frauen den gleichen Beitrag bei der privaten Rentenversicherung zahlen werden: am Ende der Laufzeit erhalten die Männer wegen ihrer geringeren Lebenserwartung im Schnitt weniger Rente!

Überschrift und Kursivtext: Ruhrnachrichten Dortmund

Text: M. Dicke

 

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